Kollektiver Hauskauf

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Mein Haus soll verkauft werden! Was tun?

Immer häufiger wechseln in unserer Stadt Miethäuser ihren Besitzer zu spekulativen Preisen und werden danach luxussaniert oder abgerissen. Aber auch ohne einen Verkauf drohen zunehmend Totalsanierungen mit gleichzeitigen Massenkündigungen. Einst preiswerte Mietwohnungen werden in Eigentumswohnungen umgewandelt oder die Mieten nach dem Umbau so weit wie möglich erhöht. Wohnraum wird so zum reinen Renditeobjekt. Nur wenige Betroffene schaffen es, sich gegen diese Entwicklung zu wehren.

Den kollektiven Hauskauf vorbereiten

  1. Kontakt mit der Eigentümerschaft
    Um Häuser im aktuellen Marktumfeld überhaupt kaufen zu können, ohne gleich die Mieten ins Unbezahlbare anheben zu müssen, ist der Kontakt zu den potentiellen Verkäuferinnen und Verkäufern entscheidend. Dadurch kann Sympathie aufgebaut werden. Tauschen Sie sich mit ihnen aus und besprechen Sie Themen zum Haus gemeinsam. Wenn Ihnen der Zeitpunkt richtig erscheint, erzählen Sie den Hausbesitzerinnen und Besitzern von Ihrem Wunsch, möglichst lange im Haus bleiben zu können, und erwähnen Sie die Möglichkeit einer gemeinsamen genossenschaftlichen Hausübernahme durch die bestehenden Mieterinnen und Mieter.
    Ist dies nicht möglich, ziehen Sie Wege in Betracht, auf den Eigentümer Druck auszuüben (siehe Kasten).
  1. Früh handeln
    Übergibt die Hausbesitzerin den Verkauf einem Makler, ist es häufig zu spät: Das Haus wird zu einem viel zu hohen Spekulationspreis auf dem Markt angeboten und eine Übernahme durch die Genossenschaft schwierig.

Bitte beachten Sie: Dies ist keinesfalls der einzige Weg, wie bei einem drohenden Wohnraumverlust vorgegangen werden kann. Viele Hausgemeinschaften haben erst nach jahrelangen Kämpfen ihren guten, bezahlbaren Wohnraum erhalten können. In Basel befinden sich gerade mehrere Projekte in solchen Kämpfen, so z.B. der Steinengraben (www.steinengraben.ch) oder auch die Mülhauserstrasse 26 (www.mülhauserstrasse26.ch).

 

  1. Selbstorganisation
    Sprechen Sie mit den anderen Mietparteien über Ihre Ideen und Ihre Bedürfnisse. Wie stehen diese einem möglichen Hauskauf und einer selbstverwalteten Genossenschaftslösung gegenüber? In welchen NachbarInnen finden Sie potentielle Verbündete? Wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, sind die Erfolgsaussichten viel grösser.
  1. Geld
    Leider sind keine Häuser gratis zu haben. Es lohnt sich, sich früh darüber Gedanken zu machen: Wieviel Geld könnten wir als Hausgemeinschaft auftreiben? Haben wir Verwandte oder Bekannte, die mit einem Darlehen aushelfen könnten?
  1. Hilfe holen
    Wird es langsam kompliziert? Sie verstehen die finanziellen Details nicht mehr? Sie können sich das alles konkret nicht vorstellen? Es gibt bürokratische Details, die im Moment ihren Horizont übersteigen? Gerne beraten wir Sie.Wir werden Ihnen erste grundlegende Sachverhalte genossenschaftlicher Selbsthilfe erklären und nach Möglichkeit bereits Schritte für einen kollektiven Hauskauf einleiten.

    Wir finden heraus, ob es eine gemeinsame Zukunft geben kann. Wir sind grundsätzlich offen für neue Häuser, die sich zusammen mit dem Mietshäuser Syndikat genossenschaftlich organisieren wollen.

Beratungen sind momentan leider nur in Deutsch, Französisch, Italienisch oder Englisch möglich. Bitte organisieren Sie sich einen Dolmetscher, wenn Sie die Beratung in einer anderen Sprache wünschen.

Informationen über anstehende Treffen finden sich hier auf unserer Homepage oder im regelmässig erscheinenden Newsletter. Ist Eile geboten, weil beispielsweise ein unverzüglicher Hausverkauf droht, schreibt uns eine Mail.

Kontakt: beratung@mietshaeusersyndikat.ch

Das MHS führt auch ausserhalb der Plattformsitzung Beratungen durch und kann bei Bedarf rasch mit der Eigentümerschaft in Kontakt treten.