Elsässerstrasse 137

Blockrand mit 8 Wohnungen (4 x 2-Zi., 3 x 3-Zi., 1 x 4-Zi.) und 1 Gewerberaum/Atelier, Baujahr 1898

Die Erfolgsgeschichte um den Erwerb dieser Liegenschaft begann mit einem losen Netzwerk junger Menschen, die zum Teil in vom Verkauf bedrohten Häusern lebten und den gemeinsamen Wunsch teilten, in einem selbstverwalteten Haus zu leben. Eher zufällig stiessen sie im Februar 2018 auf eine Ausschreibung der Stiftung Habitat, welche diesen einzigen Bestandsbau im Rahmen des Projektes “Quartierentwicklung Lysbüchel Süd” zum Verkauf anbot. Die übrigen zehn angebotenen Baurechtsparzellen hinter dem Haus, ebenfalls Teil der Ausschreibung auf dem ehemaligen Gewerbeareal, wurden von der Stiftung für nachhaltige Neubauten vergeben. Bedingung in der Ausschreibung war eine mittelfristig gesicherte Vermietung der Wohnungen (>20 Jahre) und eine sinnvolle Nutzungsidee. Die kleine Gruppe wurde sich bald einig, an der Ausschreibung mitzumachen, musste sich nun aber öffnen, da sie auf den Input von anderen angewiesen war. Sie begann in der Folge, offene Sitzungen zu veranstalten, ihre Grundidee vorzustellen und sich mit Einwänden, weiteren Ideen und Ergänzungen auseinanderzusetzen. Wie vielen Interessierten das Haus Platz bieten konnte, war anfangs nicht klar, da das Haus bei der Ausschreibung noch teilbewohnt war. Es war für die Gruppe keine Frage, diese “alten” Mieter in ihr Projekt mit einzubeziehen. Aus den vielen Diskussionen entstand schliesslich ein konkretes Konzept, welches aber das „Gemeinschaftliche Wohnen“ eben nicht als ein Konzept, sondern als einen fortgehenden Prozess ansah. Die Strukturen, die sich für dieses Haus eignen würden, müssten zusammen mit den bisherigen Bewohner*innen und den neu dazukommenden ausgearbeitet werden, schrieben die Verfasser.

Die Gruppe gelangte in der Zwischenzeit zur Überzeugung, dass die Wohngenossenschaft Mietshäusersyndikat als Beraterin und Garantin für ihr Vorhaben das perfekte Gegenüber war. Nach einer Konzeptpräsentation im Vorstand und der Zusicherung desselben konnte schliesslich die Bewerbung erfolgen, die zur grossen Freude für alle zum Erfolg führte: die Stiftung Habitat hiess das Projekt gut! Aber damit war die Arbeit noch lange nicht getan. Nun mussten durch viele Gespräche insgesamt zehn Personen zusammenfinden, die bereit waren, bei dem von der Kerngruppe definierten, „gemeinsamen Wohnmodell“ und deren formulierten Zukunftswünschen mitzumachen, was endlich durch den kollektiven Beitritt aller zukünftigen Bewohner*innen zum Mietshäusersyndikat gelang. Für den Kauf des Hauses brachten die neuen Genossenschafter 20% des Eigenkapitals zusammen. Nach kurzer Zeit entstand ein eigener Hausverein und das Haus konnte sich schon bald selbst verwalten. Ebenso wurde für die sanfte Sanierung des Hauses und für die Anpassungen an die aktuellen Nachhaltigkeitsstandards der „Verein Eigenleistung“ gegründet, der es den Bewohner*innen in administrativen Belangen erleichtert, unter Anleitung von Fachkräften einen Teil der Arbeit in Eigenregie zu übernehmen.

Kollektive Architekt hat die Bäder- und Küchensanierung übernommen.

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